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Vorstellung der wichtigsten wurzelbürtigen Pilze
Wie erfolgt die Übertragung von wurzelbürtigen Pilzen?
Aussagen aus der Forschung



Eine kleine Sammlung von Aussagen aus der Forschung


a.) Spiegel der Forschung (Hans Otto Schwantes und Erich Falk, 11.1984)
„Pilzliche Parasiten sind nicht selten als sekundärer, aber letztlich nur das Absterben ausschlaggebender Schadfaktor am
komplexen ‚Baumsterben‘ beteiligt, das unter dem primären Einfluss von Standortverschlechterungen z. B. durch
Grundwasserabsenkungen oder Schadstoffimmission in der Industrielandschaft ständig zunimmt.“

„Das Pilzgeflecht (des Wurzelschwamms) kann sich auch saprophytisch von totem Holz (Wurzelreste, Stubben usw.)
ernähren und durch Transport dieser Nährstoffe im Myzel in den Boden vordringen. Auf dieser Möglichkeit beruht auch die
Übertragung der Krankheit von einem befallenen auf einen gesunden, benachbarten Baum über Wurzelkontakte, die
so die Ausbreitung der Fäule fördert.“


„Auf der Schnittfläche im Boden belassener Stubben keimen die Sporen des Fäuleerregers (des Wurzelschwamms) aus,
das sich aus ihnen entwickelte Myzel dringt in die Wurzeln vor. Wurzelkontakte und das im Boden sich weiter ausbreitende
Myzel ermöglichen einen Befall benachbarter Bäume. Diese Art der Verbreitung dürfte eine größere Rolle bei dem
anderen wichtigen Fäuleerreger, dem Hallimasch, spielen und macht daher die Forderung nach Hygienemaßnahmen
verständlich.“


b.) Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft
(Sonderdruck aus Wald und Holz von 1994)

„Jedoch benötigen die holzersetzenden oder das Kambium der Bäume angreifende Pilze (z. B. Hallimasch-Arten) auch
genügend ‚Nahrung‘, die sie an Totholz, zum Beispiel an alten Wurzelstöcken finden.“

„Sie verbreiten sich häufig durch Wurzelverwachsungen von alten Wurzelstöcken auf lebende Bäume aus."

„Infektionen können auch durch Myzelwachstum bei Wurzelberührung oder Wurzelverwachsungen zwischen gesunden und
infizierten Bäumen (‚Kontaktinfektion‘) erfolgen.“

„Eine direkte Infektion lebender Bäume durch Sporen wurde bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen. Sporen scheinen
eher Stöcke und abgestorbene Bäume zu infizieren,
wo der Pilz während Jahrzehnten saprophytisch leben kann.
Von hier aus können heranwachsende Wurzeln gesunder Bäume durch Pilzrhizomorphen und Wurzelkontakte
neu infiziert werden.“


c.)Pflanzenschutzamt Berlin, (März 2006)
„Der Hallimasch lebt in erster Linie saprophytisch, das heißt von abgestorbenen Holzteilen wie Stubben oder
Wurzelresten
gerodeter Gehölze im Boden. Sein Pilzgeflecht (Myzel) findet sich auch zwischen den
Wurzeln gesunder Bäume, ohne zunächst Schaden anzurichten. Parasitisch und aggressiv wird der Pilz dann, wenn die
Gehölze durch Einwirkung von Stressfaktoren, wie z. B. Schädlings- und Krankheitsbefall, einen ungeeigneten Standort,
Frost, Wasser- oder Nährstoffmangel, Nässe, Überalterung usw. geschwächt sind.“

„Insbesondere für die einzelnen Gehölzarten ungeeignete Standorte und zu enger Stand können zu einer Erhöhung der
Anfälligkeit führen. Häufig werden die Schäden nach Hitzeperioden offensichtlich.“

„Eine Hallimaschinfektion erfolgt neben der Ausbreitung über Sporen und Wurzelkontakt zwischen befallenen
und nichtbefallenen Bäumen vor allem über sogenannte Rhizomorphen.
Das sind wurzelähnliche Stränge, die sich
im Boden in einer Tiefe von selten mehr als 30 cm ausbreiten.“

„In Parks und Gärten sollten befallene Bäume oder Sträucher frühzeitig und wenn möglich mit dem ganzen Wurzelstock
entfernt werden.“


„Dabei werden Distanzen von bis zu 50 m überwunden. Gelingt es diesen, in die Wurzeln gesunder Bäume einzudringen,
so breitet sich der Pilz über den Wurzelhals stammaufwärts in der Rinde und im Kambium aus und schädigt diese. Hat er
die Rinde rings um den Stamm erfasst, stirbt der Baum beziehungsweise das Gehölz ab. Bis zu diesem Zeitpunkt können
manchmal mehrere Jahre vergehen."

Befallene Gehölze sind je nach Schadsymptomausprägung als Quelle für Neuinfektionen rechtzeitig und
gründlich mit allen Grobwurzeln zu roden und zu vernichten.


d.) Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Gartenakademie
(Hallimasch – Weißfäule an Gehölzen von Susanne Schumann, 01.2007)

„Dieser aggressive Pilz befällt nahezu sämtliche Holzarten, besonders Fichten, Kiefern, Eichen, Ahorn und in
wirtschaftlich nicht ganz unbedeutendem Umfang auch Obstbäume sowie Rhododendren. Somit ist gelegentlich auch im
Garten ein rasantes Absterben von Zier- oder Obstbäumen durch Hallimaschbefall zu verzeichnen.“

„Der Pilz ist in der Lage, als Saprophyt tote Stämme oder Baumstubben zu besiedeln und von dort aus als Schwächeparasit
über weite Entfernungen hinweg lebende Bäume anzugreifen und zu töten.

Besonders Schädlingsbefall oder Dürreperioden erhöhen die Anfälligkeit der Bäume für eine Hallimasch-Infektion. Der Pilz
versucht, mit Hilfe von im Boden wachsenden Rhizomorphen in die Baumwurzeln einzudringen.“

„Infektionen sind, neben dem Eindringen der Rhizomorphen in die Wurzeln, auch durch Wurzelkontakte benachbarter
Bäume oder auch durch das Eindringen von Sporen in Baumwunden möglich.“

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