Fachwissen/Richtlinien Wurzelstockrodung > Pilzbiologie > Vorstellung der wichtigsten wurzelbürtigen Pilze
Vorstellung der wichtigsten wurzelbürtigen Pilze
Wie erfolgt die Übertragung von wurzelbürtigen Pilzen?
Aussagen aus der Forschung
Vorstellung der wichtigsten wurzelbürtigen Pilze
Pilze – Freund oder Feind?
Durch Pilze, aber auch andere Mikroorganismen, wie z.B. Bakterien, wird organisches Material abgebaut.
Dabei gibt es eine Gruppe von Pilzen, die speziell Holz besiedelt und abbaut (Xylobionten), wobei im Allgemeinen
unterschieden wird, ob Totholz oder lebendes Holz besiedelt und abgebaut wird.
Zum einen gibt es die Pilze, die nur Totholz besiedeln und abbauen, die sogenannten Saprophyten. Zum anderen
welche, die lebendes Holz besiedeln und in der Lage sind, dieses zu zersetzen, also parasitär auftreten.
Mykhorrizapilze
Feind: |
Besiedler von Totholz: Saprophyten |
Besiedler von lebendem Holz: Parasiten |
Besiedler von totem und lebendem Holz: Saproparasiten |
Fachinformationen zu verschiedenen Baumpilzen in Kurzform:
a.) Hallimasch-Arten (Armillaria-Arten)
Arten:
Gefährliche Arten sind Honiggelber und Dunkler Hallimasch, in Europa sind
7 Arten bekannt.
Fruchtkörper:
Einjähriger Fruchtkörper mit Stiel, bis zu 10 cm breitem Hut und weißer
Halskrause am Stiel. Der gelbe bis braune Pilzfruchtkörper tritt von September
bis November auf, zerfällt bei Frost schnell.
Wirte:
Zahlrieche Laub- und Nadelbäume, vorwiegend in Parks.
Das Wirtsspektrum umfasst jedoch etwa 600 Gehölzarten!
Befall:
Ein aggressiver Parasit, kann jedoch auch Jahrzehnte auf alten Wurzelresten
leben und sich von dort über Rhizomorphen im Boden ausbreiten. Ebenso über
Wurzelkontakte. Befällt eher Starkwurzeln als Feinwurzeln, daher kein Schutz
durch Mykorrhiza. Auch Kambiumkiller, dann schwarzes „Schnürsenkelmycel“
und weißes Fächermycel unter der Rinde.
Fäuletyp:
Weißfäuleerreger, jedoch kann das Holz zunächst eine hellbraune Färbung
bekommen. Oft Windwurf durch Zähbruch der Starkwurzel.



b.) Brandkrustenpilz (Ustulina deusta)
Fruchtkörper:
Unscheinbarer, schwarzer, flächig ausgebreiteter, krustenartiger Fruchtkörper,
meist zwischen den Wurzelanläufen. Aussehen von Asphaltresten, bricht wie
Kohle. Mehrjährig mit weißlich-grauen Nebenfruchtkörpern im Frühjahr (Mai).
Wirte:
Vorwiegend an Rotbuche, Linde, Ahorn, Rosskastanie, Hainbuche,
Esche und Platane.
Befall:
Über Wurzelkontakte in Baumreihen sowie Wurzelverletzungen und Wunden.
Beginn der Holzzersetzung oft im zentralen Wurzelstock/Wurzelstubben daher
kaum erkennbare Anzeichen von Vitalitätsverlust in der Baumkrone.
In der Regel schnelle, starke Verminderung der Verkehrssicherheit, da meist im
Wurzel- und unteren Stammbereich, jedoch auch weiter oben, z. B. an
Astungswunden, Kappungen usw.
Fäuletyp:
Gilt als aggressiver und einer der gefährlichsten Holzzerstörer für Straßen und
Parkbäume. Verursacht eine Moderfäule (Holzversprödung) daher in
der Regel keine Symptome wie Holzfalten usw.


c.) Riesenporling (Meripilus giganteus)
Fruchtkörper:
Einjährige Sammelfruchtkörper aus mehreren bis ca. 40 cm großen,
oft halbkreisförmigen Tellern. Gesamtgröße bis zu einem Meter und 70 kg
schwer. Farbe ist hellgelb bis braun. Auftreten von Juli bis Oktober.
Wirte:
Vorwiegend Rotbuche, jedoch auch Eiche, Pappel, Linde, Ulme, Eberesche,
Scheinzypresse und Tanne.
Befall:
Über verletzte, aber auch abgestorbene Wurzeln, meist als Schwächeparasit.
Eventuell auch über Wurzelkontakte. Befällt Starkwurzeln und zersetzt zunächst
meist die Unterseite der Wurzeln daher zunächst kaum erkennbare Anzeichen
von Vitalitätsverlust in der Baumkrone. Führt oft zum Verlust der Standsicherheit,
aber auch zum Bruch am Stammfuß.
Fäuletyp:
Intensive Weißfäule (Holzerweichung), eventuell auch Moderfäule (Holzversprödung) bis in den Stammfuß hinein.


d.) Wurzelschwamm (Heterobasidion)
Arten:
In Europa werden drei Arten unterschieden: Kiefer-WS, Fichten-WS,
Tannen-WS.
Fruchtkörper:
Der mehrjährige, unregelmäßige oft bucklig und höckerig geformte
Fruchtkörper ist etwa 4 bis 15 cm breit. Die Farbe reicht von rotbraun
bis schwarzbraun mit weißem Zuwachsrand.
Wirte:
Bedeutendster Schadpilz an Fichte, jedoch auch Kiefer, Lärche,
Douglasie sowie auch Buche, Birke, Eiche.
Das Wirtsspektrum umfasst jedoch über 200 Gehölzarten!
Befall:
Durch Pilzmycel und Wurzelkontakte zwischen frisch gefällten
Wurzelstöcken und Bestandsbäumen. Auch durch in den Boden
eingewachsene Sporen, die auf den Wurzeln auskeimen und diese
so befallen.
Fäuletyp:
Weißfäule (Holzerweichung), bei Fichte auch Rotfäule genannt.
Weiter jedoch auch Kambiumkiller.

Bild: Wurzelschwamm
Dr. Markus Blaschke, lwf.bayern.de
e.) Lackporling-Arten (Ganoderma-Arten)
Arten:
Es werden 4 Lackporlingarten unterschieden, die häufigsten
sind jedoch der Flache und der Wulstige Lackporling.
Fruchtkörper:
Mehrjährige, flache bis wulstige Konsolen mit etwa 10 - 40 cm Breite.
Oft dachziegelartig überlappend. Die Farbe reicht von rötlich, hell- bis
dunkelbraun mit weißem Rand. Unterseite weiß und feinporig. Häufig
auch erkennbar z. B. unter Efeu durch rostfarbenes Sporenpulver.
Wirte:
Breites Wirtsspektrum, umfasst fast alle Laubgehölze, meist an Buche,
Ahorn, Linde, Rosskastanie, Esche, Eiche, Erle, Weide, Pappel,
aber auch an Nadelbäumen.
Befall:
Von Starkwurzeln bis in den Stammfuß und teilweise auch höher am
Stamm breitet sich die Holzzersetzung aus. Sie beeinträchtigt erheblich
sowohl die Stand- als auch die Bruchsicherheit. Große Mengen an
Sporenbildung, kann Jahrzehnte an alten Wurzelstöcken/Wurzelstubben
leben. Die Gefährlichkeit wurde deswegen für lebende Bäume lange
unterschätzt.
Fäuletyp:
Er verursacht eine intensive, selektive Weißfäule (Holzerweichung)
daher Zähbruch oder Windwurf.


f.) Tropfender Schillerporling (Inonotu dryadeus)
Arten:
Es gibt noch weitere 6 Arten des Schillerporlings, auch stammbürtige.
Fruchtkörper:
Er bildet bis zu 70 cm breite, einjährige Fruchtkörper von Mai bis August
diese müssen jedoch nicht jedes Jahr auftreten. Die Farbe reicht von
cremefarben und gelb bis hellgrau und braun. Er bildet sogenannte
Guttationstropfen auf der Oberseite.
Wirte:
Er befällt Laub- und Nadelbäume, jedoch meist Eichen.
Befall:
Er erfolgt über Sporen und vermutlich auch über Wurzelverschweißungen.
Zum Teil werden die Unterseiten der Wurzelanläufe zersetzt. Der Bruch
erfolgt häufig 30 60 cm außerhalb des Stammes, da er Starkwurzeln rasch
zersetzen kann. Infizierte Restwurzeln sind dann noch im Boden vorhanden,
als Ausgangsbasis für weitere Infektionen. Befallene Bäume zeigen oft über
Jahre keine Merkmale in der Krone.
Fäuletyp:
Er verursacht eine Weißfäule (Holzerweichung) mit Folge Zähbruch
und Windwurf.


Weitere Schadorganismen, bei denen eine Komplettrodung zu empfehlen ist!
Holzzersetzende Schadpilze, die sowohl als Parasit sowie als Saprophyt auftreten können:
- Sparriger Schüppling
- Leberpilz
- Schwefelporling
- Kiefern-Braunporling
- Klapperschwamm
- Echter Zunderschwamm
Sonstige pilzliche, tierische und bakterielle Schädlinge:
- Holländische Ulmenkrankheit bzw. -welke
- Platanenkrebs
- Rindenfäule der Rosskastanie
- Wurzelkropf (krebsartige Wucherungen durch Bakterien)
- Schwarzer Kiefernbastkäfer (Eiablage unter der Rinde alter Wurzeln)
- Pseudomonas (Bakterium)
HINWEIS:
Alte Wurzelstöcke/Wurzelstubben und Restwurzeln sind die prall gefüllte Kriegskasse für den Angriff holzzersetzender Pilze
auf Bäumen und Gehölzen. Daher ist eine Komplettrodung der präventive Schutz für Bestandsbäume und Neupflanzungen.
Mit dem Einsatz der WURZELRATTE® wird die Komplettrodung von Wurzelstöcken/Wurzelstubben eine leichte Aufgabe
für jeden Anwender.
Der detaillierte Bericht
zum Projekt unter:
> NEWS/Presse/Projekte


