12.04.2018

Was ist Wurzelarchitektur?

Bäume bauen, je nach Situation, Holz unterschiedlichster Eigenschaften und Qualität an. Das sind zum Beispiel Zug- oder Druckholz oder die unterschiedliche Qualität, die sich in der Holzfestigkeit zeigt. Dabei sind Bäume stets bestrebt, eine „Kette gleichstarker Glieder“ zu bilden. Dies nennt man das Axiom der konstanten Spannung.

Das Kambium, die Wachstumsschicht der Bäume, welche den gesamten Baum von der Zweigspitze bis zur Wurzel umspannt, misst diese Spannung an der Oberfläche. Entsprechend der mechanischen Belastungssituation wird das Wurzelsystem so ausgebildet, dass die normale Last, welche durch den Stamm in die Wurzel eingeleitet wird, abgefangen werden kann.

Jeder Baum passt seine Wurzelarchitektur an seinen Standort an – so erreicht er die optimale Verankerung. Sowohl die Anzahl der Wurzeln, ihr Durchmesser, ihre Holzqualität und die Möglichkeiten, sich der Scherfestigkeit der Erde in einem gewissen Maß anzupassen, werden mechanisch gesteuert.

Daher bilden Bäume in wenig scherfester Erde, z. B. Sand, eine größere Wurzelplatte als in bindigen, lehmhaltigen Böden. Dies zeigt sich in der so genannten statisch relevanten Wurzelplatte. Bei einem Baum mit einem Stammdurchmesser von ca. 60 cm, über den Wurzelanläufen gemessen, beträgt die statisch relevante Wurzelplatte, auch Schubwurzelballen genannt, etwa 2,5 m im Radius. Bei einem Stammdurchmesser von 120 cm beträgt diese etwa 3,5 m im Radius. In diesem Wurzelplattenbereich sind natürlich die Mehrzahl der Starkwurzeln (über 5 cm Æ) und Grobwurzeln (2 – 5 cm Æ) eines Baumes zu finden. Auch weiter außen sind in der Regel noch Grobwurzeln zu finden. Mindestens 1,5 m bis über die Kronentraufe hinaus sind noch Schwach-, Fein- und Feinstwurzeln vorhanden – sofern der Baum Raum hatte, diese auszubilden.


Es handelt sich je nach Baumgröße um eine beträchtliche Masse an organischem Material. Untersuchungen mit Waldbäumen ergaben je nach Baumart eine Wurzelmasse von etwa 10 – 25 %, bezogen auf die gesamte Baummasse!

Am Beispiel zweier unterschiedlicher Größen von Wurzelstöcken wird deutlich, in welchem Radius bzw. Abstand zum Stamm sich die zur Rodung relevanten Wurzeln befinden.

Auch das Thema Statik des Baumes und damit verbunden die Haltekraft von Wurzeln ist ein großes Thema bei der Wurzelstockrodung.

Wurzeln wachsen an und um Steine, Fundamente, Leitungen etc. Ja, sie integrieren diese Hindernisse regelrecht in ihre Wurzelarchitektur.

Hier zu fräsen ist sowieso schon schwierig, von dem Schaden, den eine Fräse davontragen kann, ganz abgesehen. Mit der Wurzelratte® kann in solchen Situationen einfach geschnitten werden.

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